Provided by: manpages-de_4.27.0-1_all 

BEZEICHNUNG
drpmsync - einen Dateibaum mit Delta-RPMs synchronisieren
ÜBERSICHT
drpmsync [-c Konfiguration] [Quelle] Verzeichnis
drpmsync [-s|-S] Serverkonfiguration
cgi-bin/drpmsync
BESCHREIBUNG
rpmsync gleicht einen lokalen mit einem entfernten Dateisystembaum ab. Es ist auf den Abgleich von
RPM-Dateibäumen ausgelegt; die deltarpm zugrunde liegende Technik kann nur bei der Übertragung von
RPM-Paketen Bandbreite sparen. Für normale Dateibäume verwenden Sie bitte das Programm rsync.
drpmsync kann in zwei Modi ausgeführt werden: als Client verbindet es sich mit einem Server, empfängt
eine Dateiliste und aktualisiert den Baum; als Server beantwortet es eingehende Anfragen und überträgt
Dateien und RPM-Pakete.
CLIENT-MODUS
In diesem Modus aktualisiert drpmsync den Baum im angegebenen Verzeichnis. Es öffnet die
Konfigurationsdatei Verzeichnis/drpmsync/config, um Informationen darüber zu erhalten, welche Server zu
verwenden sind, sowie weitere Einstellungen. Mit der Option -c können Sie eine andere Konfigurationsdatei
angeben. Die folgenden Einstellungen werden verstanden (die Voreinstellung für die booleschen
Einstellungen ist »false«):
source: Server1 Server2 …
Dies ist eine Liste der Server, zu denen verbunden werden soll. drpmsync arbeitet diese Liste ab, bis ein
funktionierender Server gefunden wird. Wenn eine Quelle in der Befehlszeile angegeben wird, dann wird
diese anstelle der in der Konfiguration angegebenen Quelle verwendet. Die Syntax für Servereinträge
lautet »Rechner[:Port]/Baum«.
log: Protokolldatei
gibt den Namen der Protokolldatei an. Falls der Name nicht mit einem Schrägstrich beginnt, wird
Verzeichnis/drpmsync/ dem Namen vorangestellt.
generate_deltas: true|false
legt fest, ob drpmsync eine Differenzdatei erstellt, wenn es eine neue Version eines RPM-Pakets empfängt
und der Server keine solche Differenzdatei bereitstellt. Dies ist nur dann nützlich, wenn der lokale Baum
über den lokalen drpmsync-Server auch an andere Clients exportiert wird.
generate_delta_compression: Kompression
wird beim Erzeugen von Deltas an das Programm makedeltarpm weitergeleitet. Ein Beispiel wäre gzip,gzip.
keep_deltas: true|false
weist drpmsync an, empfangene oder neu erzeugte Differenzdateien in Verzeichnis/drpmsync/delta zu
speichern. Dies ist automatisch »true«, wenn generate_deltas oder keep_uncombined auf »true« gesetzt ist.
keep_uncombined: true|false
weist drpmsync an, unverkettete Differenzdateien anstelle einer vorverketteten einzigen Differenzdatei
beim Server anzufordern. Dies ergibt Sinn, wenn Sie den Baum re-exportieren und die Anzahl der Versionen,
aus denen die Clients aktualisiert werden können, maximieren wollen.
always_get_rpm: true|false
legt fest, ob drpmsync anfordern soll, das vollständige RPM-Paket immer zusammen mit der Differenzdatei
zu senden. Dies ergibt nur Sinn, wenn Sie über eine schnelle Netzwerkverbindung verfügen, so dass
applydeltarpm mehr Zeit benötigt als für die Übertragung des vollständigen RPM-Pakets benötigt werden
würde.
deltarpmpath: Pfad
legt das Verzeichnis fest, in dem drpmsync nach den deltarpm-Programmen sucht. Standardmäßig ist dies auf
die Variable $PATH gesetzt.
SERVER-MODUS
drpmsync kann entweder als CGI-Skript oder als eigenständiger Server arbeiten. Der CGI-Skript-Modus wird
automatisch ausgewählt, wenn die Umgebungsvariable REQUEST_METHOD gesetzt ist. In diesem Modus erwartet
drpmsync, dass die Umgebungsvariable DRPMSYNC_CONFIG den Pfad zu einer Server-Konfigurationsdatei
enthält. Für Apache können Sie diese mit der Anweisung SetEnv setzen.
Der eigenständige Modus wird mit der Option -s oder -S ausgewählt. In diesem Modus muss die
Serverkonfiguration als Argument beim Aufruf von drpmsync übergeben werden. Die Option -s weist drpmsync
an, sich selbst in den Hintergrund zu verschieben und sich direkt zu beenden, während die Option -S den
Server im Vordergrund hält.
Die Serverkonfiguration kann die folgenden Einstellungen enthalten:
allow: Muster1 Muster2 …
deny: Muster1 Muster2 …
stellt die Zugriffskontrolle für den Server bereit. Das Muster kann entweder ein einfaches Glob-Muster
sein (wobei nur * unterstützt wird) oder ein vollständiger regulärer Ausdruck, sofern dieser als /RA/
geschrieben ist. Der reguläre Ausdruck wird automatisch am Beginn und Ende verankert. Beispiele sind
10.10.* oder /10\.10\..*/. Falls entweder die numerische IP-Adresse oder der Domainname des Clients
irgendeinem Eintrag in der Abweisungsliste entspricht, wird der Zugriff verweigert. Anderenfalls wird die
Liste der erlaubten Clients nach einem passenden Eintrag durchsucht. Falls keiner gefunden wird, dann
wird der Zugriff ebenfalls verweigert. Die Standardeinstellung für beide Listen ist leer, daher müssen
Sie eine Liste der erlaubten Clients bereitstellen, um diesen Clients den Zugriff zu gewähren.
log: Protokolldatei
gibt den Pfad einer Protokolldatei an.
no_combine: true|false
weist mit dem Wert »true« den Server an, Differenzdateien nicht zu verketten. Dies erhöht die zu
übertragende Datenmenge, aber reduziert die Prozessorlast auf dem Server.
tree: externer_Pfad interner_Pfad
exportiert den im internen_Pfad befindlichen Baum an die Clients als Verzeichnis externer_Pfad. Alle
obigen Einstellungen werden als Einstellungen dieses bestimmten Baums gespeichert, so dass
unterschiedliche Bäume unterschiedliche Einstellungen beinhalten können. Das bedeutet auch, dass sich die
Konfigurationsanweisungen eines Baums oberhalb der tree-Anweisung befinden müssen.
Die folgenden Einstellungen sind global und nur für den eigenständigen Modus erforderlich:
serverlog: Protokolldatei
gibt den Pfad einer Protokolldatei an, die für die Protokollierung von Serverereignissen verwendet werden
soll.
servername: Rechnername[:Port]
gibt den Namen des Servers an. Falls Rechnername leer ist, wird stattdessen der vollständig
ausgeschriebene Domainname verwendet. Die Vorgabe für die Portnummer ist 80.
serveraddr: Adresse
gibt die Serveradresse an, die zum Binden des Server-Sockets verwendet werden soll. Falls nicht
angegeben, können Verbindungen aus jeder Schnittstelle kommen.
serveruser: Benutzer
servergroup: Gruppe
konfiguriert Benutzer und Gruppe, zu denen der Server wechseln soll, sobald der Socket an den gewünschten
Port gebunden wurde. Beispiele sind nobody oder wwwrun.
maxclients: Anzahl
begrenzt die maximale Anzahl gleichzeitiger Verbindungen auf die angegebene Anzahl. Der Standardwert ist
10 Verbindungen.
deltarpmpath: Pfad
legt das Verzeichnis fest, in dem drpmsync nach den deltarpm-Programmen sucht. Standardmäßig ist dies auf
die Variable $PATH gesetzt.
DATEIEN
Verzeichnis/drpmsync/deltas
Verzeichnis zum Speichern der Deltas
Verzeichnis/drpmsync/lock
Sperrdatei zum Serialisieren von syncrpm-Aufrufen
Verzeichnis/drpmsync/wip
Temporärer Speicherort für die übertragenen Objekte
Verzeichnis/drpmsync/cache
md5sum-Zwischenspeicher, der die Berechnung des Baumstatus beschleunigt
Verzeichnis/drpmsync/timstamp
enthält den Zeitpunkt des letzten abgeschlossenen Abgleichs und den Zeitpunkt, zu dem zuletzt der
Status des fernen Dateibaums abgefragt wurde.
SIEHE AUCH
makedeltarpm(8), combinedeltarpm(8), applydeltarpm(8),
AUTOR
Michael Schroeder <mls@suse.de>
ÜBERSETZUNG
Die deutsche Übersetzung dieser Handbuchseite wurde von Mario Blättermann <mario.blaettermann@gmail.com>
erstellt.
Diese Übersetzung ist Freie Dokumentation; lesen Sie die GNU General Public License Version 3 oder neuer
bezüglich der Copyright-Bedingungen. Es wird KEINE HAFTUNG übernommen.
Wenn Sie Fehler in der Übersetzung dieser Handbuchseite finden, schicken Sie bitte eine E-Mail an die
Mailingliste der Übersetzer: debian-l10n-german@lists.debian.org.
Juni 2005 DRPMSYNC(8)